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Energiecheck

Mit Holz heizen - aber richtig!

Mit Holz heizen - aber richtig!

Schornsteinfegermeister Klaus Bewer gibt Tipps:

Von Axel Langer

Delbrück [WV] - Immer mehr Hausbesitzer im Delbrücker Land wollen auf wohlige Wärme durch Heizen mit Holz nicht verzichten: »In meinem Kehrbezirk setzen fast 45 Prozent der Haushalte auf Holz. Das reicht vom zusätzlichen Kamin- oder Kachelofen über Pelletheizungen, die eine Solaranlage auf dem Dach ergänzen, bis hin zu einer mit Hackschnitzeln oder Scheitholz befeuerten Zentralheizung«, berichtet Schornsteinfegermeister Klaus Bewer.

Holz als Brennstoff wird immer beliebter. Gerade in kalten Wintermonaten heizen viele Haushalte mit dem Kamin im Wohnzimmer. Bezirksschornsteinfegermeister Klaus Bewer gibt Tipps, wie der naturbelassene Brennstoff richtig eingesetzt wird. Foto: Axel Langer

Allerdings hat der Fachmann nicht nur mit den positiven Auswirkungen des Kaminfeuers zu tun. Ob eine Feuerstätte umweltfreundlich oder umweltbelastend wirkt, hängt nämlich ganz entscheidend von der Bedienung und der Art des Brennstoffes ab. Als Brennstoffe sind neben trockenem und naturbelassenem Holz nur Steinkohle, Steinkohlenbriketts, Braunkohlenbriketts und Holzbriketts erlaubt. »Ob ein Kamin für eine Befeuerung mit Kohlenbriketts ausgelegt ist, steht in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Ofens«, unterstreicht Bewer.

Nicht zulässig ist das Verheizen von Holz, das mit Imprägniermitteln behandelt ist. Auch lackiertes Holz, Spanplattenreste, Papier, Pappe, Kunststoffe und Abfälle dürfen nicht verheizt werden. »Das stinkt oft nicht nur furchtbar, sondern ist auch gefährlich«, erläutert der Kaminkehrer.

Die Kaminöfen sind für das Verbrennen von lackierten Hölzern oder von Spanplatten nicht ausgelegt; die für eine rückstandsfreie Verbrennung erforderlichen Temperaturen werden nicht erreicht. Sollten dennoch solche Hölzer verheizt werden, können Schadstoffe wie Dioxine, Formaldehyd aber auch Schwermetalle, Salzsäure und Teer freigesetzt werden, hinzu kommt erhebliche Rußbildung.

Nicht nur, dass die Schadstoffe dem Schornstein schaden können und bei ruhiger Witterungslage im Umkreis von 500 Metern wieder zu Boden sinken, sie können beim Nachlegen von Holz natürlich auch in den Raum gelangen und so für die anwesenden Personen zu einer unmittelbaren Gefahr werden.

Aber auch hohe Bußgelder drohen. Nach Auskunft von Brigitte Wecker-Bröckelmann vom Fachbereich Bürgerdienste der Stadt Delbrück, drohen schlimmstenfalls Bußgelder bis zu 500 000 Euro. »Je nach Größe der Anlage, ob gewerblich oder privat genutzt, und ab jemand erstmals auffällig wird oder Mehrfachtäter ist, gibt es gravierende Bußgeld-Unterschiede«, erklärt Brigitte Wecker-Bröckelmann.

Wichtig für eine schadstoffarme Verbrennung ist der Trocknungsgrad des Holzes. Der Feuchtigkeitsgehalt darf höchstens 20 Prozent betragen. Klaus Bewer empfiehlt den Einsatz eines Restfeuchtemessgerätes, die es schon für unter 20 Euro in Baumärkten zu kaufen gibt. Entscheidend für eine zügige Abtrocknung ist die Lagerung von Scheitholz an einer gut belüfteten, sonnigen und regengeschützten Stelle. »Durch die vielen Zwischenräume kann die Luft zirkulieren und trocknet das Holz aus«, erklärt Bewer. Die Fühler des Messgerätes werden direkt in das Holz gedrückt. Als Faustregel gilt, dass Kaminholz mindestens zwei Jahre zum Austrocknen braucht.

Das richtige Beheizen beginnt schon beim Anheizen. Bewer: »Durch die Verwendung von kleinstückigem Anfeuerholz sollte man möglichst schnell hohe Abbrandtemperaturen erreichen. Außerdem ist eine ausreichende Luftzufuhr notwendig. Nur so können die flüchtigen Holzbestandteile zu Kohlendioxid und Wasserdampf verbrennen.« Auch während der Hauptbrandphase sollte die Luftzufuhr nicht zu sehr gedrosselt werden. Sonst könnten Schwelbrände entstehen, der gefährliche Rauchgase entstehen lassen. »Lieber häufig kleinere Mengen Holz nachlegen, als selten große Holzmengen und vor allem die Luftzufuhr nicht drosseln«, hat Klaus Bewer noch einen Tipp, wie nicht nur der Hausbesitzer Wohlbefinden beim Betreiben eines Kaminofen empfindet, sondern auch die Nachbarn.

aus: Westfälisches Volksblatt vom 04.01.2011

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