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Energiecheck

Aktuelles aus der Kreisvereinigung Bielefeld

Kehren wird komplizierter

Schornsteinfeger stellen ab 1. Januar Bescheide aus:

Von Christoph Sackmann

Bielefeld - „Bis jetzt lief doch alles gut“, stöhnt Jürgen Honselaars, Vorsitzender der Bielefelder Schornsteinfeger-Kreisvereinigung. Doch dann stellte die EU fest, dass die deutschen Kehrregelungen nicht konform mit europäischem Recht sind. Also musste alles anders werden.

Willkommen: In traditioneller Kluft begrüßen die Bielefelder Schornsteinfeger ihren neuen Kollegen im Ravensberger Park. Der scheidende Bezirksmeister Lothar Engehausen schüttelt seinem Nachfolger Thomas Reichardt (v.l.) die Hand. Der muss ab dem 1. Januar die neu eingeführten Feuerstättenbescheide ausgeben und ihre Einhaltung überprüfen. Foto: Christoph Sackmann

 

Ab dem 1. Januar gibt es den so genannten Feuerstättenbescheid. Dazu gehen die Feger von Haus zu Haus und überprüfen die Schornsteine. Zu erledigende Arbeiten werden in dem Bescheid festgehalten. „Der Hausbesitzer muss sich darum kümmern, dass sie erledigt werden“, erklärt Ordnungsamtsleiter Roland Staude. Damit kann er bis 2012 auch Schornsteinfeger aus dem EU Ausland beauftragen, ab 2013 auch jeden deutschen Handwerker. „Wir legen aber jedem Bescheid gleich ein Formular bei, mit dem jeder seinem bisherigen Schornsteinfeger die Arbeiten übertragen kann“, sagt Honselaars. Ein Wechsel würde nur Sinn machen, „wenn man sich mit seinem Bezirksmeister nicht versteht.“ Handwerker aus anderen Regionen hätten schließlich auch höhere Anfahrtkosten.

Die 27 Bielefelder Kehrbezirke werden aber nicht aufgelöst. Alle drei Jahre ist es Aufgabe der hiesigen Schornsteinfeger, zu prüfen, ob die Hausbesitzer ihren Plichten nachgekommen sind. Grundarbeiten wie Bauabnahmen bleiben in den Händen der Bezirksmeister. „Da geht es ja um die öffentliche Sicherheit“, sagt Staude.

„Ich habe meine Leute schon darauf vorbereitet, dass sie jetzt mehrere Tage in der Woche im Büro verbringen werden“, sagt Honselaars. Die Handwerker müssen sich bis Weihnachten noch zu Bürokraten schulen lassen. „Allein bei der Gebührenordnung gibt es jetzt 150 verschiedene Kostenpunkte mit eigenen Kürzeln“, sagt der Kreisvorsitzende. Zuvor waren es 33.

Mit der neuen Regelung ändern sich auch die Gebühren. Zwischen 10,10 und 30,30 Euro kostet der Feuerstättenbescheid. „Viele andere Gebühren gehen dafür runter“, beruhigt Schornsteinfeger Lothar Schmidt. Manche steigen jedoch, etwa die Gebühren für Kaminöfen. „Die waren vorher aber auch sehr günstig“, meint er. Neues Personal benötigen die Schornsteinfeger für ihre neuen Aufgaben nicht. Bis 2015 müssten lediglich drei Bezirke neu besetzt werden. Nachwuchssorgen hat Kreisvorsitzender Honselaars nicht. In diesem Jahr sind die Lehrlings-Zahlen im Regierungsbezirk Detmold von 5 auf 22 hochgeschossen.

Der Neue kommt aus Sennestadt

Thomas Reichardt ist Seit dem l November der Neue im Kehrbezirk 5. Zwischen Ravensberger Park und Oldentruper Straße hat der 43-jährige die Aufgaben von Lothar Engehausen übernommen der in Rente geht.

Reichardt übernimmt den Mitarbeiter seines Vorgängers. Der neue Bezirksmeister arbeitete zuvor in Sennestadt.

aus: Neue Westfälische vom 20.11.2009

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Viel Glück, Arminia!

Bielefelds Schornsteinfeger glauben an den Sieg:

Von Matthias Tonhäuser

Bielefeld - Ein Schornsteinfeger bringt Glück, das weiß jedes Kind. Wie viel Glück bringen dann wohl erst elf? Eine ganze Menge! Die Redaktion hat elf Bielefelder Schornsteinfeger gebeten, Arminia Bielefeld für das Spiel gegen Hannover 96 die Daumen zu drücken und das Ergebnis zu tippen. Elfmal setzen sie auf Sieg für die Blauen. Jetzt müssen die Kicker eigentlich nur noch die Tore schießen, dann ist alles geritzt.

Cornelia Hoppe, Jürgen Hoenselaars und Lothar Schmidt (v. l.) schwenken eine große Arminia-Fahne auf dem Dach von "Sport Scheck". Hoppe trägt als Azubi einen Hut, Hoenselaars und Schmidt Zylinder. Foto: Oliver Krato

 

"Wir wünschen Arminia nur das Beste", sagt Schornsteinfeger Lothar Schmidt, "es wäre besser, wenn sie in der ersten Liga bleiben würden." Sein Kollege Jürgen Hoenselaars ergänzt: "Arminia zieht ja aus der ganzen Region die Fans an." Schmidt hat 1:0 für das Spiel getippt. "Ich habe zu Null getippt, weil sie sich auf die Abwehr konzentrieren werden." Hoenselaars rechnet mit einem 3:1. "Irgendwann muss der Knoten ja mal platzen." Hoppes Tipp: 3:0. "Ich habe mir einfach schnell ein Ergebnis überlegt und glaube, dass die Arminen das schaffen können."

Schornsteinfeger haben übrigens Erfahrung als Glücksbringer. "Das kommt aus dem Mittelalter", sagt Hoenselaars, "weil sie die Schornsteine gereinigt haben, sind weniger Brände entstanden." Die Stadtbrände seien schlagartig vorbei gewesen, ergänzt Schmidt. Seitdem werden sie oft um ihren Beistand gebeten. "Ein Autofahrer hat mal neben mir gehalten und mir einen meiner Knöpfe abgekauft", berichtet Hoenselaars.

Hochzeitspaare bitten Schornsteinfeger auch, Spalier zu stehen. "Ich war schon einmal Trauzeuge bei einer heimlichen Trauung." Zwei der Männer in Schwarz werden am Samstag auch beim Einzug der Spieler ins Stadion Spalier stehen. In Sachen Glück wollen sie eben nichts dem Zufall überlassen.

In den folgenden 90 Minuten allerdings können dann nur die Männer in Blau etwas bewegen.

aus: Neue Westfälische vom 23.05.2009

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Lebensgefahr durch Vogelnester

Schornsteinfeger warnen vor verstopften Schloten – Erstickungstod droht:

Von Markus Poch

Brackwede [WB] - Dohlen sind anmutige, intelligente und vor allem harmlose Vögel. Doch wenn sie auf der Suche nach einer natürlichen Bruthöhle keinen Erfolg haben, können sie dem Menschen gefährlich werden. Darauf machen die Schornsteinfeger aufmerksam.

Zeugnisse tierischer Sammelleidenschaft: Brackwedes Bezirksschornsteinfegermeister Frank Dieckmann zeigt einen Bruchteil an Zweigen und Unrat, den er gerade aus dem Schornstein des Hauses Berliner Straße 91 befördert hat. Dohlengitter können hier Abhilfe schaffen. Foto: Markus Poch
 

»Dohlen wählen immer häufiger Schornsteine als Bruthöhlen aus«, sagt Frank Dieckmann, Bezirksschornsteinfegermeister in Brackwede. »Erst werfen sie Stöckchen hinein bis die sich quer stellen. Dann folgen Papier, Moos, Gräser und Abfälle. Auf den dadurch entstehenden Mulch legen die Vögel ihre drei bis fünf Eier.« Das Problem ist, dass sich diese Nestpolster manchmal mehrere Meter hoch im Schornstein auftürmen und diesen komplett verstopfen. »Das kann, vor allem bei Gas-Feuerstellen, einen Kohlenmonoxid-Rückstau bis in die Wohnung zur Folge haben«, erklärt Dieckmann. »Bewohner befinden sich schnell in Lebensgefahr, ohne dass sie es bemerken. Es droht der Erstickungstod.« Erst gestern entdeckte der Schornsteinfeger wieder ein halb fertiges Dohlennest – bereits Exemplar Nummer 20 seit Beginn der Brutsaison Ende März. Es befand sich auf dem Mehrfamilienhaus Berliner Straße 91. Die Mieter des zweiten Obergeschosses hatten über leichten Gasgeruch geklagt und zudem ein blinkendes Licht an ihrer Therme entdeckt. Oft zieht die Heizung nicht mehr richtig. »Das hätte ganz böse enden können«, betont Frank Dieckmann. Doch so verlief der Zwischenfall glimpflich: Unter den kritischen Blicken etlicher Dohlen, die die Baumwipfel und Dachgiebel der nahen Umgebung besetzt hielten, räumte er mehrere Müllsäcke voller Zweige und Unrat aus einem einzigen Schornstein. Vorbeugend raten die Schornsteinfeger zur Verwendung von Dohlengittern, die den Einstieg der Vögel verhindern. Solche Gitter kann der jeweiligen Bezirksschornsteinfeger montieren.

aus: Westfalenblatt vom 30.04.2009

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