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Energiecheck

Aktuelles aus der Kreisvereinigung Gütersloh

Wettbewerb unter Kehrern

EU schafft Schornsteinfegermonopol ab:

Gütersloh - Die rauchenden Schornsteine hier kennt Michael Ellermann fast alle. Der Bezirks-
schornsteinfegermeister besaß noch bis Ende 2008 das Monopol zum Kehren für etwa
2.700 Häuser. Sein Betrieb war es, der als einziger die Schornsteine in diesem Teil Güterslohs reinigen und Heizungsabgase messen durfte. Das garantierte ihm ein etwa 70 Jahre altes Gesetz.

Doch die Monopolstellung der Bezirksschornsteinfeger wird abgeschafft. Das sei der Wille der EU-Kommission, die bemängelte, dass das Monopol sich nicht mit der EU-weiten Liberalisierung der Dienstleistungsbranche vereinbaren lasse, erklärt Peter Silbermann, Obermeister der Schornsteinfegerinnung für den Regierungsbezirk Detmold. Deshalb dürfen seit 2009 bereits Betriebe aus anderen EU-Ländern deutsche Schornsteine fegen.
Hausbesitzer sollen sich damit den günstigsten Kehrmeister europaweit aussuchen dürfen.

"Mir ist kein einziger Fall bekannt geworden, dass einer unserer Kunden davon Gebrauch gemacht hat", sagt Silbermann. Kunden wollten Kontinuität und nicht ständig einen neuen Schornsteinfeger: "Ich merke das schon,
wenn ich einen anderen Mitarbeiter zu meinen Kunden schicke - das sind ja zwischenmenschliche Dinge, die nichts mit dem Fach zu tun haben."

Peter Silbermann,
Obermeister der Schornsteinfegerinnung OWL

Außerdem sei es eine Fehlannahme, dass mehr Wettbewerb günstiger sei für die Kunden: "Die Reinigung kostet vielleicht zehn Minuten, aber Hauptkostenpunkt ist der Anfahrtsweg, da kann der Schornsteinfeger aus einem anderen Land gar nicht günstiger sein als der heimische", erklärt der Obermeister weiter.

Doch das ist nicht die einzige Änderung bei den Herren in Schwarz. Die Kehr- und Überprüfungsordnungen (KÜO) der Länder sind erstmalig zu einer einheitlichen Bundesverordnung zusammengefasst worden. Dadurch werden die Leistungen des Schornsteinfegers nun günstiger - oder auch teurer.

"Die Gebühren sind neu berechnet worden", erläutert der Obermeister. "Über den Daumen gepeilt werden Messungen günstiger, aber die Reinigung wird teurer." Das hänge mit dem Aufwand zusammen: Zum einen seien die Messgeräte schneller und besser geworden, zum anderen habe es früher nur drei verschiedene Schornsteine gegeben, wo es heute etwa 150 unterschiedliche gebe. "Insgesamt kann man aber wohl sagen, dass es beim Preis bleiben wird", fasst Silbermann zusammen.

Eine erhebliche Entlastung erwarten die Schornsteinfeger für viele Hauseigentümer, wenn im Laufe des Jahres die neu überarbeitete erste Bundes-Immissionsschutzverordnung in Kraft tritt. Dann werden sich die Überprüfungsintervalle bei den betroffenen Heizungen ändern und die bisherige Gebührenstruktur für den Hauseigentümer verändern.

Was sich im Einzelnen für die Heizungsanlage vor Ort ändert, kann der Schornsteinfeger bei seinem nächsten Besuch erklären. "Wir haben zu den Neuerungen Infomaterial entwickelt, das wir an unsere Kunden ausgeben werden", sagt Silbermann.

aus: Neue Westfälische vom 13.01.2010

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