Kehren wird komplizierter
Schornsteinfeger stellen ab 1. Januar Bescheide aus:
Von Christoph Sackmann
Bielefeld - „Bis jetzt lief doch alles gut“, stöhnt Jürgen Honselaars, Vorsitzender der Bielefelder Schornsteinfeger-Kreisvereinigung. Doch dann stellte die EU fest, dass die deutschen Kehrregelungen nicht konform mit europäischem Recht sind. Also musste alles anders werden.
Ab dem 1. Januar gibt es den so genannten Feuerstättenbescheid. Dazu gehen die Feger von Haus zu Haus und überprüfen die Schornsteine. Zu erledigende Arbeiten werden in dem Bescheid festgehalten. „Der Hausbesitzer muss sich darum kümmern, dass sie erledigt werden“, erklärt Ordnungsamtsleiter Roland Staude. Damit kann er bis 2012 auch Schornsteinfeger aus dem EU Ausland beauftragen, ab 2013 auch jeden deutschen Handwerker. „Wir legen aber jedem Bescheid gleich ein Formular bei, mit dem jeder seinem bisherigen Schornsteinfeger die Arbeiten übertragen kann“, sagt Honselaars. Ein Wechsel würde nur Sinn machen, „wenn man sich mit seinem Bezirksmeister nicht versteht.“ Handwerker aus anderen Regionen hätten schließlich auch höhere Anfahrtkosten.
Die 27 Bielefelder Kehrbezirke werden aber nicht aufgelöst. Alle drei Jahre ist es Aufgabe der hiesigen Schornsteinfeger, zu prüfen, ob die Hausbesitzer ihren Plichten nachgekommen sind. Grundarbeiten wie Bauabnahmen bleiben in den Händen der Bezirksmeister. „Da geht es ja um die öffentliche Sicherheit“, sagt Staude.
„Ich habe meine Leute schon darauf vorbereitet, dass sie jetzt mehrere Tage in der Woche im Büro verbringen werden“, sagt Honselaars. Die Handwerker müssen sich bis Weihnachten noch zu Bürokraten schulen lassen. „Allein bei der Gebührenordnung gibt es jetzt 150 verschiedene Kostenpunkte mit eigenen Kürzeln“, sagt der Kreisvorsitzende. Zuvor waren es 33.
Mit der neuen Regelung ändern sich auch die Gebühren. Zwischen 10,10 und 30,30 Euro kostet der Feuerstättenbescheid. „Viele andere Gebühren gehen dafür runter“, beruhigt Schornsteinfeger Lothar Schmidt. Manche steigen jedoch, etwa die Gebühren für Kaminöfen. „Die waren vorher aber auch sehr günstig“, meint er. Neues Personal benötigen die Schornsteinfeger für ihre neuen Aufgaben nicht. Bis 2015 müssten lediglich drei Bezirke neu besetzt werden. Nachwuchssorgen hat Kreisvorsitzender Honselaars nicht. In diesem Jahr sind die Lehrlings-Zahlen im Regierungsbezirk Detmold von 5 auf 22 hochgeschossen.
Der Neue kommt aus Sennestadt
Thomas Reichardt ist Seit dem l November der Neue im Kehrbezirk 5. Zwischen Ravensberger Park und Oldentruper Straße hat der 43-jährıge die Aufgaben von Lothar Engehausen übernommen der in Rente geht.
Reichardt übernimmt den Mitarbeiter seines Vorgängers. Der neue Bezirksmeister arbeitete zuvor in Sennestadt.
aus: Neue Westfälische vom 20.11.2009
Texte und Fotos aus anderen Medien sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne Einwilligung der jeweiligen Chefredaktion weiterverwandt werden.










