Glück ist gut, Beratung besser

Warum sich vier Schornsteinfeger ein Büro teilen:

Von Hartmut Brandmann

Herford - Das neue Jahr wird ein gutes, wenn man einem Schornsteinfeger einen Messingknopf von seiner Jacke, dem Arbeitskoller schneidet. Für die Pflege des Aberglaubens stellt sich die schwarze Zunft gerne zur Verfügung. Noch lieber informieren sie über Schornsteinbau, Energie, Heizen und Brandschutz. Vier Schornsteinfeger klären kostenlos auf.

Sieben Mal Glück für 2007
Sieben Mal Glück für 2007: Die Schornsteinfeger Uwe Ritter, Hermann Bäumer, Dirk Eimertenbäumer und Uwe Heise (hockend, v.l.) sowie Kai-Uwe Weiß, Paul-Gerhard Schlingmann und Harald Weiß (stehend, v.l.) begrüßen das neue Jahr. Fotos: Kiel-Steinkamp

Wolfgang Schwachmeier kam auf die Idee, das Wissen zu bündeln, die Beratung zentral anzubieten. Mit Joachim Platte sowie Michael und Uwe Heise mietete er die ehemalige Sparkassen-Filiale, Eimterstraße 69, an und machte daraus ein Informationszentrum mit einer Telefonzentrale, Broschüren, Modellen und einem separaten Besprechungsraum.

Die Kosten teilen sich die vier Meister, die als Handwerker mit hoheitlichen Aufgaben feste Kehrbezirken haben, die von der Bezirksregierung über die Kreisverwaltung zugeteilt werden. „Wir erhöhen auch nicht die Kehrgebühren“, sagt Michael Heise lachend: „Die Beratungsstelle ist uns eine Herzenssache“ und für Hausbauer, Mieter und Kaminbetreiber eine Nützlichkeit.

Knöpfe an der Kutte
Begehrt: Die Knöpfe an der Kutte. Doch es gibt Alternativen.

Vom 1. Januar 2008 an muss für jedes Haus, das verkauft oder neu vermietet wird, ein Energie- Ausweis erstellt werden. Die Schornsteinfeger erklären, worauf Käufer und Mieter achten müssen. Anderen Themen sind alternative Energie oder das Wärmebild eines Hauses, das zeigt, wo Energie verschwendet wird. Wer ein Haus bauen will, kann den Meistern die Pläne vorlegen. Und gemeinsam wird beraten, wo welcher Schornstein sinnvoll ist. Holz, der nachwachsende Brennstoff, wird immer wichtiger. Oft müssen Kamine und Schornsteine nachträglich eingebaut werden. Die Meister erklären, wo und wie. „Am Besten ist es, beim Neubau auch dann einen Kamin einzuplanen, wenn mit Gas oder Öl geheizt werden soll. Man kann nie wissen . . .“, weis Joachim Platte.

Ein Rat gilt für alle: Ein Rauchmelder ist der beste Brandschutz. Und der ist für zehn Euro zu haben. Näheres weiß der Elektrotechniker Marco Bergmeyer, der fünfte im Beratungsteam.

Ein fünfter Schornsteinfegermeister tut ebenfalls Dienst. Es ist Uwe und Michaels Heises Vater Paul. Der Rentner hat 50 Jahre Berufserfahrung.

Sprechzeiten sind werktags von 9 bis 18 Uhr, Telefon: 27 7 9-110 bis -114. Am 2. Januar wird der Schornsteinfeger-Service offiziell eröffnet.

Dann werden die Schornsteinfeger in ihrer klassisch-schwarzen Kluft erscheinen. Und wer als Glücksbringer für das Jahr 2007 einen Messingknopf abschneiden will, bekommt einen Glückseuro anstatt.

aus: Neue Westfälische vom 30.12.2006

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