Schornsteinfeger schützen Leben
Warum Kamin-Kontrolle lebenswichtig ist:
Kreis Herford [bra] - Die Gebühren für den Schornsteinfeger kann ich sparen, sagt der Hausbesitzer, der in seinem Keller gerade eine moderne Brennwertanlage hat installieren lassen. Dirk Eimertenbrink, der Sachverständige der Schornsteinfeger-Innung (Bielefeld), widerspricht aus Erfahrung.
Von den 87 neuen Gasfeuerstätten, die in diesem Jahr abgenommen wurden, wiesen 16 schwere Mängel auf, sieben mussten gar stillgelegt werden. Sie seien undicht gewesen, Kohlenmonoxid sei ausgetreten. Und die Hausbewohner hätten in Lebensgefahr kommen können.
Dichte Rohre sind deswegen so wichtig, weil die Abgase mit Überdruck in den Schornstein entsorgt werden. "Die Käufer sollten sich nicht einreden lassen, bei modernen Anlagen seien Kontrollen nicht nötig", warnt der Fachmann, der seinen Kehrbezirk in Ennigloh hat. Die Ölfeuerung ist ebenfalls nicht garantiert sicher. Bei 15 neuen Anlagen waren zwei schwer mangelhaft. Ähnlich sieht es bei Öfen aus, in denen Feststoffe wie Holz verfeuert werden.
Von 54 neuen gab es bei elf schwere Mängel. Das Emmissionsschutz-Gesetz regelt die technischen Anforderungen und deren Kontrolle. Ein Vlothoer hatte folgenschwer gegen das Gesetz verstoßen. Sein Ofen muss eine Sondermüll-Verbrennungsanlage gewesen sein, denn der Schornstein war hochgradig arsenbelastet. Nachdem sich Nachbarn über den Gestank beschwert hatten, kam der Bezirksschornsteinfeger dem Umweltfrevler auf die Spur.
Auch wenn die Hausbesitzer anderer Meinung sind, der Schornsteinfeger muss kontrollieren. "Wir kommen auch samstags, wenn der Kunde werktags verhindert ist", kündigt Uwe Heise an, der sich gerade für die Übernahme eines Bezirks qualifiziert hat. Und wenn sich der Kunde hartnäckig weigert, bringen die Schornsteinfeger die Polizei und einen Schlüsseldienst mit. "Ein bis zweimal im Jahr müssen wir zwangskehren lassen", erklärt Hans-Walter Hartogs, Ordnungsamtsleiter für den Kreis Herford.
"Dabei geht es um eine Gebühr von höchstens 50 Euro im Jahr", wundert sich Heise: "Es würde teurer und unsicherer, wenn unser Service privatisiert würde."
aus: Vlothoer Anzeiger vom 22.12.2006
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