9500 Anlagen älter als 25 Jahre

Heizungsmodernisierung: Schornsteinfeger im Kreis wollen aufklären:

Porta Westfalica [mt/dk] - Im Kreisgebiet gibt es annähernd 9500 Heizungen, die älter als 25 Jahre sind. Kaum jemals zuvor war ein solch hoher Erneuerungsstau zu verzeichnen, geht aus den Erhebungen des Schornsteinfeger-Handwerks im Kreis Minden-Lübbecke hervor. Die Zahlen wurden kürzlich auf einer Arbeitstagung veröffentlicht.

Schornsteinfeger bei Messtätigkeit
Schornsteinfeger bei Messtätigkeit. Foto:ZIV

Die abwartende Haltung vieler Heizungsbetreiber bedeute auch einen Investitionsstau von etwa 50 bis 60 Millionen Euro, teilt Bezirks-Schornsteinfegermeister Dieter Lichte in einem Presseschreiben mit. Die Energie von etwa zehn Millionen Liter Heizöl könnte bei Erneuerung der Altanlagen pro Jahr eingespart und der Kohlendioxidausstoß entsprechend reduziert werden.

Dabei sei der Zeitpunkt für eine Heizungserneuerung jetzt absolut günstig, wird der Kreisvorsitzende des Schornsteinfegerhandwerks Thomas Blase zitiert. Die Öl- und Gaspreisentwicklung müsse eigentlich Anreiz genug sein, um Altanlagen gegen neue auszutauschen und dadurch etwa 30 Prozent Energie einzusparen. Auch gebe es Anreize durch Fördermittel und günstige Darlehen.

Trotzdem hielten sich die Betreiber von Altanlagen mit Erneuerungen zurück. Hauptgrund dafür sei eine große Verunsicherung, auch verursacht von unseriösen Anbietern.

Um dem entgegenzuwirken, plant das Schornsteinfegerhandwerk Informationsveranstaltungen im gesamten Kreisgebiet. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Heizungsfachfirmen sowie den Geldinstituten soll auch über konkrete Investitionskosten und günstige Darlehen informiert werden. Die Informationsreihe beginnt Ende Mai in Kleinenbremen, kündigt Dieter Lichte an.

Diskussion über Feinstaub-Problematik

In einem weiteren Punkt der Arbeitstagung wurde über die Auswirkungen der Feinstaubproblematik, die aus dem zunehmenden Einsatz des Brennstoffes Holz resultieren, informiert. Damit Holz als klimafreundlicher Brennstoff auch zugleich umweltfreundlich eingesetzt werden kann, muss der Schadstoffausstoß deutlich reduziert werden.

Energieausweis ab Oktober 2008

Die Schornsteinfeger wollen sich deshalb stärker um Feinstaubmessungen, Beratungen sowie die Nachrüstung der Feuerungsanlagen kümmern. Das Bundes-Immissionsschutzgesetz sehe allerdings lange Übergangsfristen vor, sodass keine unzumutbaren Härten für die Betreiber von Kachelöfen, Kaminen oder Holzheizungen auftreten, heißt es weiter.

Ein weiterer Themenbereich der Arbeitstagung war der vom Gesetzgeber geforderte Energieausweis. Ab dem 1. Oktober 2008 werden für viele Gebäude, in denen Mietwohnungen vorhanden sind oder die verkauft werden, Energieausweise gefordert.

Die meisten Schornsteinfegerbetriebe im Kreisgebiet sind zugelassene Gebäudeenergieberater und daher berechtigt, neben der klassischen Energieberatung auch Energieausweise auszustellen, machte Vorsitzender Thomas Blase deutlich.

aus: Mindener Tageblatt vom 26.04.2008

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